




















50 Jahre Weinbau
Wie alles begann…
1974 starteten meine Eltern Peter und Sylvia Posch-Jutz mit Ihrem Weinbaubetrieb in Tüscherz. Peter, ein gebürtiger Österreicher, und Sylvia, aus der Ostschweiz stammend, hatten einen schwierigen Start am Bielersee. Sylvia bekam eine Anstellung als Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin im Bieler Regionalspital und Peter erinnert sich: « Meine Frau hat das Geld verdient, welches ich gleich wieder für den Weinbaubetrieb ausgab. Bis die ersten Trauben geerntet, der erste Wein vinifiziert, abgefüllt und verkauft werden konnte, habe ich eineinhalb Jahre ohne Lohneinkommen auskommen müssen.» Fremd in der Region, war auch der Weinverkauf nicht einfach, aber langsam bauten sich Peter und Sylvia einen treuen Kundenstamm auf. Meine Geschwister und ich, Monika (1975), David (1979) und Cordula (1980), vervollständigten das Familienglück. 1991 konnten sich Peter und Sylvia ein Carnozet in Twann dazu mieten und die ersten Treberwürste wurden serviert. Ende 1999 musste Peter die grossen Holzfässer wegen Mietauflösung im alten Weinkeller zurücklassen. War vorher das Inventar in der Miete inbegriffen, bezog Peter nun leere Räume an der Neuenburgstrasse 48. Es mussten Weintänke, Presse, Pumpen und vieles mehr neu beschaffen werden. 2008 ging das Mietverhältnis beim Carnozet in Twann zu ende und ab 2009 startete die erste Treberwurstsaison im Tüscherzer-Weinkeller.
Nach der Schule und einem Welschlandjahr absolvierte ich die Handelsmittelschule mit Berufsmatur und arbeitete im Verkauf Innendienst. 2002 heiratete ich Stefan Morgenegg, ein Uhrmachermeister. Mit unseren Töchter, Alina (2003) und Mirja (2006) wurde unser Kinderwunsch wahr. Als junge Mutter stieg ich 2003 in den Weinbaubetrieb ein, indem ich das Büro und Marketing übernahm. Mit dem Alter kam das Interesse am Weinbau und der Vinifizierung. 2013-2016 absolvierte ich die Winzerlehre mit EFZ in Wädenswil. 2016 wurden die Rebberge überschrieben und 2017 ging der erste Cordula-Wein in den Verkauf. Ich durfte mit meinem Vater eine wunderbare Übergangszeit erleben, war er doch immer mit Rat und Tat an meiner Seite. Noch heute höre ich seine Worte: „Wenn du übernimmst, dann mach es mit deiner eigenen Etikette und Betriebsnamen. Du wirst nun dich Vermarkten müssen, mein Name wird Geschichte werden.“
Nun tritt Peter langsam und verdient kürzer. Umso schöner, dass wir am 7. & 8. Dezember 2024 zusammen das 50-jährige Bestehen feiern durften, hat er doch den Mamut-Teil dazu geleistet. Erheben wir gemeinsam das Glas: „Auf die letzten 50 Jahre und auf die, welche kommen werden.“
Cordula Morgenegg-Posch
Der Jubiläumswein – Divico 2023 – Special-Edition
Am Adventsapero 2024 präsentierten wir, Peter Posch und Cordula Morgenegg-Posch, einen ganz besonderen Tropfen. Unseren Jubiläumswein zum 50-jährigen Bestehen! Der erste Divico aus unserem Hause! Gekeltert aus dem heissen 2023er Jahrgang, 11 Monate ausgebaut im geschnitzten Barrique-Fass aus schweizer Eiche, abgefüllt in 280 Jubiläums-Flaschen mit farbenfrohem Rebstock-Glasaufdruck. Interessiert, 50 Jahre harte Arbeit in Ehren zu halten? Hier gehts zum Shop.
Der Divico wurde degustiert von den Weincheckern im November 2024:
Jürg Freudiger: Die von Agroscope entwickelte PIWI-Sorte ist seit einigen Jahren im Handel und zeitigt vielversprechende Resultate. Undurchdringliches, tiefdunkles Rot. Würzige Nase mit interessanter schwarzer Frucht, etwas Minze. Herrlich dichter Auftritt mit viel Frucht, an eingekochte Holunderbeeren erinnernd, mit entsprechend kecker Bitternote. Gut strukturiert, das Holz bereits gut eingebunden, schon recht harmonisch, wenn auch mit markanten Tanninen. Der Wein dürfte sich noch deutlich steigern; PIWI mit Lagerpotenzial!
Gesamturteil: Dürfte sich zu einem sehr schönen Wein entwickeln.
Thorsten Kaletsch: Tiefdunkles, fast schwarzes Purpurviolett. Kernige, sehr intensive Fruchtnase mit schwarzen Beeren und einem Hauch Zedernholz. Am Gaumen breit und sehr ausgewogen, steht aber noch etwas unter dem Eindruck des Barrique-Einsatzes (reduktiv). Schön vinifiziert und mit viel Lagerpotenzial. Ein Wein, der garantiert noch zulegen wird.
Gesamturteil: Für eine PIWI-Sorte sehr beachtlich.